| lyric | 1. Um Tigern gleich zu morden, in Wäldern weit und breit, hab' ich Dianens Orden mich wahrlich nicht geweiht; nein, einem edlern Triebe dank' ich mein grün Gewand; nur dir Natur zu Liebe wählt' ich den Jägerstand!
2. Dir hat mein Herz geschworen; als Weidmann hast du mich zum Liebling auserkoren, des, preis' ich, Holde, dich! Du machst Gebirg' und Felder und selbst die Finsternis |: der wildbewachs'nen Wälder für mich zum Paradies! :|
3. Versteckte Pfade führen zu deinem Heiligtum; sie mutig aufzuspüren, bringt Jägern Glück und Ruhm. Den täuscht verlor'ne Mühe, der deinen Wink nicht kennt, |: und wenn er spät und frühe durch Dorn und Dickung rennt. :|
4. In deiner Reize Fülle schwelgt, Göttliche, mein Blick; dich täglich ohne Hülle zu schauen, welch ein Glück! Uns Jägern, rauh und bieder, ward dieser Vollgenuß: |: wir sehn und sehn dich wieder, und nie mit Überdruß. :|
5. Der Gottheit Hauch umschwebet die Wälder hoch und dicht; sie liebt, was grünt und lebet, in Mauern wohnt sie nicht; nicht eitler Kunst Gepränge, nein, Einfalt hebt sie nur; |: gern hört sie Lobgesänge, wie du sie lehrst, Natur! :|
6. Wie fühlt' ich oft dem Sitze der Allmacht mich so nah, wenn von des Berges Spitze ich dein Erwachen sah! Wie bin ich wonnetrunken dann oft im stillen Hain |: anbetend hingesunken, ihr meinen Dank zu weih'n! :|
7. Um Wild nur zu berücken, hab' ich so manche Nacht, - glaubt's Brüder!- mit Entzücken im Forste nicht gewacht! Die Pracht gestirnter Höhen, der Mond ergötzte mich; |: indes oft ungesehen das Wild vorüber schlich. :|
8. Zu solchen Seligkeiten, vom Weichling nie erkannt, winkt täglich dem Geweihten Dianens Zauberhand. Beschwerden nicht zu scheuen, zu trotzen Frost und Glut, |: stählt sie den Vielgetreuen mit Nervenkraft und Mut. :|
9. Entzückt will ich dich preisen, Natur, solang' ich bin! Nichts soll mich dir entreißen, du Allbeleberin! Wohl dem, der dir ergeben des Daseins froh genießt |: und endlich sanft sein Leben im trauten Forst beschließt.:| |