| lyric | 1. Wo sich zum Rheinesstrome die Hügel zieh'n hinab, zu Mainz im alten Dome, da ist ein Sängergrab. Dort unter’m Stein zu schauen liegt Heinrich Frauenlob, der um die holden Frauen des Sanges Goldnetz wob.
2. Weiler so hold gesungen, so treu bi in den Tod, sein Lied sich hingeschwungen wie letztes Abendrot, da war ein großes Klagen, da haben all’ geweint und ihn zu Grabe tragen die Frauen sich vereint.
3. Ob sie im Prachtgetose auch kam, die Kron’ im Haar, ob an der Brust die Rose der einz’ge Schmuck auch war, den ich den schönsten wähne, der Schmuck war demutvoll, die treue Mitliedsträne, die still dem Aug’ entquoll.
4. Sie trugen ihn zum Heiligtume die vielgeliebte Last und streuten manche Blume in seine stille Rast und schütteten der Reben viel edle Tropfen d’rauf; ihn blühen, wie in Leben, im Tod noch Rosen auf.
Den Lohn, der ihm beschieden, Dem Sänger, preis' ich hoch, Doch eins weiß ich hienieden, Das nenn' ich schöner noch. Das möcht' ich mir erstreben, Das sei mein Hochgewinn, Wenn ich geschafft im Leben Mit edlem Männersinn: Wenn von der Jugend Zungen Mein Lied einst hell erklingt, Wenn voll Erinnerungen Man mit den Becher schwingt; Wenn es in Lust und Schmerzen Ertönt mit Mark und Kraft: Er hat mit treuem Herzen Fürs Vaterland geschafft! |