| lyric | 1. Als ich in stiller Sommernacht den See entlang gegangen, wo, mondlichtschimmernd angefacht, die Wasser leis erklangen, glitt auf der feuchtbeglänzten Bahn in leichtem Lauf ein Kahn hinan, aus dem ein milder Mädchensang bald fern wie traumverloren klang. Rufst du, mein Vaterland.
2. Ich ging vom See den Berg hinan den Pfad an grüner Halde, wo sich ein lichter Wiesenplan umsäumt mit dunklem Walde. Da war’s wohl still; nur fern her drang verlorner Herdenglöcklein Klang, doch frisch erhub der Hirtenknab’ das Lied und sang zum Wald hinab: Rufst du, mein Vaterland.
3. Da hielt ich an; zu Häupten glüht der Firn am Abendstrahle; zu Füssen duftet und erblüht die Sommerpracht im Thale. Mir war’s als ob de Herren Hand sich segnend legte auf mein Land, und wie ein tief erschauernd Wehn fühlt’ ich mir’s durch die Seele gehn: Rufst du, mein Vaterland. |