| lyric | Ein Grafenschloss steht trotzig auf stolzer Bergeshöh', zu seinen Füssen träumet ein blauer Alpensee. Verschwunden Graf und Ritter, vermodert Mann und Ross, des Epheu grüne Ranken um fah’n das graue Schloss.
Rungsum gespenstig stille des Lebens Odem ruht, doch mit der Dämmrung Schleier da steigt es aus der Fluth; im tiefen See erwacht aus langem Todesschlaf, erwachet mit Knappen und Rittern aus langem Todesschlaf. Rudolph zu Werdenberg der Graf.
Er schreitet aus der Tiefe mit wuchtigem stolzem Schritt; in schwerem Erz gewappnet, das Heer folgt seinem Tritt.
Zur Schlacht! zum Sturme Ritter mir nach! Ritter den Berg hinan! mir nach! zum Kampf! Ich breche euch die Bahn, mir nach! Nun falscher Monfort zittre! Zersplittert fällt das Thor, aus mancher Todeswunde quillt warm das Blut hervor. Herr Monfort liegt erschlagen, rings Wahruf und Gestöhn, von Werdenberg Graf Rudolph lässt Siegesbanner wehn.
Da wallen finstre Nebel hernieder, feucht und schwer, mit ihnen sinklt zur Tiefe der Graf sammt seinem Heer. Im Dunkel lautlos ruhet das Schloss wie eine Gruft. Zum Epheu flüstert kosend der wilden Rose Duft. |