Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

Ein Grafenschloss steht trotzig

Liedtext

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first_lineEin Grafenschloss steht trotzig
lyricEin Grafenschloss steht trotzig
auf stolzer Bergeshöh',
zu seinen Füssen träumet
ein blauer Alpensee.
Verschwunden Graf und Ritter,
vermodert Mann und Ross,
des Epheu grüne Ranken
um fah’n das graue Schloss.

Rungsum gespenstig stille
des Lebens Odem ruht,
doch mit der Dämmrung Schleier
da steigt es aus der Fluth;
im tiefen See erwacht
aus langem Todesschlaf,
erwachet mit Knappen und Rittern
aus langem Todesschlaf.
Rudolph zu Werdenberg der Graf.

Er schreitet aus der Tiefe
mit wuchtigem stolzem Schritt;
in schwerem Erz gewappnet,
das Heer folgt seinem Tritt.

Zur Schlacht! zum Sturme Ritter mir nach!
Ritter den Berg hinan! mir nach! zum Kampf!
Ich breche euch die Bahn, mir nach!
Nun falscher Monfort zittre!
Zersplittert fällt das Thor,
aus mancher Todeswunde
quillt warm das Blut hervor.
Herr Monfort liegt erschlagen,
rings Wahruf und Gestöhn,
von Werdenberg Graf Rudolph
lässt Siegesbanner wehn.

Da wallen finstre Nebel hernieder,
feucht und schwer, mit ihnen sinklt zur Tiefe
der Graf sammt seinem Heer.
Im Dunkel lautlos ruhet
das Schloss wie eine Gruft.
Zum Epheu flüstert kosend
der wilden Rose Duft.
language ISO 639deu = german / allemand / deutsch / deutsch
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