Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Edle Zeit von meinem Leben

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first_line1. Edle Zeit von meinem Leben
lyric1. Edle Zeit von meinem Leben
Bring’ ich ganz verdrießlich hin
Und ich muß in Kummer schweben,
Weil ich ein Soldate bin.
Dann die beste Zeit der Jahre
Laß ich im Soldatenstand,
Endlich bring’ ich graue Haare
Wiederum in mein Vaterland.

2. Jung bin ich darzu gekommen,
Was hat mich darzu geführt,
Daß ich Handgeld hab genommen
Und die Freiheit so verliert?
Der Gestalt und guten Worten
Gab ich meine Jugend hin,
Nichts als Noth und große Torten
Jetzo nur ein Sklave bin.

3. Wenn ich wider mein Verhoffen
Nur ein kleinen Fehler thue,
Heißt es gleich, ich wär besoffen:
„Fort mit dir, was machst du hie?“
Geht es dennoch ohne Plagen
Und mit ruahen Worten ab,
Da hat man von Gück zu sagen,
Daß man selten eines hat.

4. Sprech ich nur ein Wort dagegen,
Heißt es gleich, man ressonniert;
Ey, dann geht erst an das Prügeln,
Daß man Muth und Blut verliert;
Nein, ich dank für dieses Leben.
Weit darvon ist gut vor’n Schuß,
Ich will mich darvonb begeben,
Dieses ist und bleibt mein Schluß.

5. Hat nun einer ausgedienet,
Der noch länger dienen kann,
Dem die Jahre noch geringen,
Ey, so geht das Schmeicheln an;
Aber lasse dich nicht fangen,
Nehm dich lieber wohl in acht,
Daß du nicht wirst hintergangen
Und wohl um dein Glück gebracht.

6. Ach, wie manche brave Seele
Jetzt in Kett’ und Banden geht,
Und muß sich erbärmlich quälen,
Letzt in Schimpf und Schand besteht.
Auf harter Pritsche und Arrest
Wird die Seele ausgepreßt;
Hunger, Kummer, Angst und Plag,
Dieses währet Nacht und Tag.

7. Edles Vaterland! deine Gränzen
Lachen mich in Fernen an,
Und ich will so lange warten (schanzen
Bis ich dich einmahl sehen kann.
Ja, ich will so lange hoffen,
Exerzieren, geduldig seyn,
Bis mein Wunsch hat eingetroffen
Und mich bringt ins Vatterland (hinein).
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