| lyric | 1. In einem ländlichen stillen Hain war ein Mädchen hold und schön. Solche Anmut fand man keine weit umher in Thal und Höhn. Aber in dem treuen Herz da sass ein banger Liebesschmerz. 2. Wenn abends dort Gesellschaft weilte, war ein Jüpngling schlank von Wuchs. Der den Liebesschmerz gern teilte, des Gefühles Hochgenuss. Denn beim Abschied hiess es noch: Du bist mein Ein und Alles auf der Erde doch. 3. Ehrgeiz und ein weltlich Sinnen störten dieses treue Paar, und sie konnten nicht beginnen, was in ihrem Herzen war. Denn die stille Liebesqual die führt kein Weltsinn hier im dunkeln Erdental. 4. Wenn der Schöpfer treue Herzen wonnevoll zusammenführt, soll der Mensch sie nicht verletzen, wenn die Liebe ihr Gemüt berührt. Denn was weise ist durch Gott gescheh'n, dem soll der Mensch durch starren Sinn nicht widersteh'n. 5. Christus spricht in seiner Weisheit: Liebe ist die erste Pflicht. Sie führt den Menschen ganz zur Wahrheit, was ohne Lieb ihm ganz gebricht. Denn die stille Liebeswahl führt hienieden schon zur treuen Engelschar 6. Wenn bosheitsvoll in armen Herzen die rohe Hand so streng sich regt, wann die Lieb in ihren Schmerzen ihr tränend Aug zum Himmel hebt. Graun beherrscht die bange Brust, sie raubt den Liebenden die Liebeslust. 7. Schaurig thtirmte sich der Kummer, niemand fühlt und lindert ihn. Er nahm den Armen ganz den Schlummer und - o Schreck! was barg der Sinn? Liebesmord! Es knallt der Schuss. Händeringend kämpft noch die treue Brust. 8. Opfern will auch er sein Leben, und - o weh! - er schiesst sich tot. Wer will richten solches Streben, wenn schnell sich einigt Tat und Wort? Denn wer nur in Lieb auf Gott vertraut und immer auf Gottes Gnad, hat fest gebaut. |