| lyric | 1. Ein frumme Spinneri war einmal, sie spinnte all Tag ein Schneller an Zahl.
2. Ein Schneller an Zahl, wie Syde so fyn, sie glänzten wie Silber und Edelgestein. 3. Sie hatte das Bätbuech stets uf der Schoos und betet' beim Spinnrad ohn' Unterlass. 4. Der Segen war gross bei ihrer Arbeit, der Rast hat ihre kein Mol versait. 5. Sie hatte wol selber auch Mangel und Noth, doch gab sie den Armen ihr Stückelein Brod. 6. Hät mängs arms waisli als chind agno, hät mänge pilger gern über Nacht gha. 7. Im ganze Lande wyt und breit wurd von der frumme Spinnere gsait. 8. Einmal in einer dunkle Nacht do steht ihr Hüslein in Glanz und Pracht. 9. Man hörte singen und Harpfentön, es war als sungen die Engelein schön. 10. Es luffen die Leute zu seh'n was es sei; es kam wol das halbe Dörflein herby. I l. Und siehe, die frumme Spinneri war gestorben und wyss wie der Schnee so klar. 12. Es ftlehrt' ihre Seele zur ewigen Rueh ein Engelschaar in Himmel ue. |